Nachruf
Unsere langjährige Vorsitzende des Dänisch-Lettischen Vereins, Kirsten Gjaldbæk, verstarb am 18. November 2025, dem lettischen Nationalfeiertag.
Kirsten engagierte sich unermüdlich für den Verein und leitete ihn 25 Jahre lang.
Sie wusste die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit zu schätzen und war bereits in jungen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann als Freiwillige im Freiwilligendienst tätig. Später engagierte sie sich ehrenamtlich im Dänisch-Lettischen Verein.
Kirsten leistete unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Sie war eine engagierte und gewissenhafte Person, die auch scharfzüngig reagieren konnte, wenn etwas nicht stimmte oder ungerecht war.
Bis zu ihrem Tod war sie noch Vorstandsmitglied, und unsere Mitgliederversammlungen fanden in ihrem Haus am Kongstedvej statt, wo sie viele Jahre lebte. Kirsten kochte gern, und wir genossen das leckere warme Abendessen bei unseren Treffen. Wie Kirsten sagte: „Beim Essen kommt man einfach besser ins Gespräch.“
Kirsten wurde in Vendsyssel geboren und erzählte, dass sie als Kind an Arthritis erkrankte und viel bettlägerig war. Deshalb durfte sie die Schule besuchen und ihren Schulabschluss nachholen. Später wurde sie Lehrerin und unterrichtete an der VUC in Frederiksberg.
Kirsten war in verschiedenen Gremien aktiv, unter anderem im Norden Copenhagen Association, wo sie viele Jahre mit dem Vorsitzenden zusammenarbeitete. Sie war auch im Vorstand des baltischen NGO-Netzwerks und knüpfte dadurch wertvolle Kontakte, von denen wir als Verein profitieren konnten. Kirsten erwies sich als strategische Denkerin in der Vereinsarbeit. Während ihrer Zeit als Vorsitzende pflegte sie eine gute Zusammenarbeit mit den zahlreichen lettischen Botschaftern und wurde vor einigen Jahren für ihre Verdienste mit einem Diplom ausgezeichnet.
Die wohl interessanteste Zeit ihres Lebens waren die 1990er-Jahre, als die Mauer fiel und Lettland frei wurde. Damals reiste Kirsten für längere Zeit nach Riga und unterrichtete dort deutsche Lehrkräfte in Pädagogik. Sie erlebte, wie die Menschen unter dem Sowjetregime gelebt hatten, und konnte sich mit den Lehrern auf Deutsch unterhalten, die ihr von ihren Erfahrungen während der Sowjetzeit erzählten. Dadurch schloss sie viele gute Freundschaften, die sie auch weiterhin in Dänemark besuchten. Sie öffnete ihre Türen, und jeder fand bei ihr ein Bett.
Kirsten hatte generell ein großes Herz für andere und unterstützte unter anderem jahrelang eine benachbarte jugoslawische Familie auf ihrer Reise. Wie wir nun erfahren haben, halfen diese Familien Kirsten, als sie im Alter etwas Unterstützung benötigte.
Kirsten hinterlässt zwei Kinder, einen Sohn in Deutschland und eine Tochter in Kopenhagen, sowie vier Enkelkinder.
Mit Kirsten haben wir uns von einer Person verabschiedet, die zu den vielen Freiwilligen gehörte, die Dänemark mitgestalten und der wir immer dankbar sein werden. Danke für deinen großartigen Einsatz, Kirsten!
Im Namen des Vorstands




















